Ratgeber zu Keller als Wohnraum
Redaktion baufirmensuche24
Aktualisiert 09.12.2022
7 min.
Ratgeber | Hausplanung

Keller als Wohnraum - Ideen und Richtlinien für den Ausbau

Den Keller als Wohnraum zu nutzen ist der Traum vieler Hausbesitzer. Ob Hobbyraum, Arbeitszimmer oder Einliegerwohnung – das Untergeschoss hat viel Potenzial. Worauf man bei der Umsetzung achten muss, zeigen wir in unserem ausführlichen Ratgeber.

Inhalt

Wie kann man den Keller als Wohnraum sinnvoll nutzen?

Wer seinen Keller als Wohnraum nutzen möchte, sollte sich im Vorfeld genau überlegen, welche Optionen es gibt.

Generell gilt:

  • Es ist immer einfacher und langfristig günstiger, einen Keller gleich beim Hausbau als Wohnraum zu planen.
  • Abhängig von der Kellerart muss man mit Kosten von etwa 50.000 Euro rechnen.
  • Eine Umgestaltung zu einem späteren Zeitpunkt ist zwar immer möglich, aber mit größeren Anpassungen und höheren Kosten verbunden. Es ist immer einfacher und langfristig günstiger, einen Keller gleich beim Hausbau als Wohnraum zu planen.
  • Den Keller zu Wohnraum umbauen zu lassen, kann zwischen 500 und 2000 Euro pro Quadratmeter kosten.
  • Je nach Art des Umbaus, können sich die Einschränkungen durch die entsprechende Landesbauordnung stark unterscheiden.

Die Herausforderung einen Keller als Wohnraum zu gestalten, liegt klar auf der Hand – trotzdem sollte man sich davon auf keinen Fall abschrecken lassen!

Während der Keller früher eher als zusätzliche Stellfläche verstanden wurde, geht der Trend in den letzten Jahren in eine andere Richtung.

Keller werden zunehmend als eine vollwertige Nutzfläche gesehen und von Anfang an dementsprechend geplant.

Früher ein netter Bonus – heute gleich von Anfang an ein Vollgeschoss. Von diesem neuen Selbstverständnis profitieren auch alle, die ihren Keller jetzt umbauen möchten.

Selbst wenn es nicht möglich ist, das gesamte Untergeschoss umzubauen, kann man einzelne Räume im Keller zu privaten Wohnräumen verwandeln.

Immer mehr Baufirmen bieten moderne und innovative Lösungen an.

Keller als Wohnraum: Ideen und Inspiration

Klassischerweise finden sich im Untergeschoss folgende Räume:

  • Waschraum
  • Sauna
  • Hausbar oder Partykeller
  • Heizungsanlage
  • Vorratsraum
  • Werkstatt
  • Fitnessraum

In diesen Fällen muss nicht unbedingt ein einheitliches Konzept für die komplette Flächebestehen, da sich der Aufenthalt auf die einzelnen Zimmer beschränkt.

Diese Räume werden so gesehen auch „bewohnt“, unterliegen aber der privaten Nutzung.

Folglich kann man bei der Art der Umgestaltung seiner Fantasie freien Lauf lassen. Bereits ein frischer Anstrich kann dafür sorgen, dass man den Raum in anderem Licht sieht.

Namhafte Farbhersteller bieten mittlerweile bunte Trendfarben auf Silikatbasis an, die für Kellerräume geeignet sind. Wenn es die Umstände erlauben, kann man einen Schritt weiter gehen und einen größeren Umbau in Angriff nehmen.

Mit der richtigen Planung eignet sich der Keller als:
  • Büro
  • Zusätzliches Kinderzimmer
  • Gästezimmer
  • Souterrain-Wohnung

Damit wird das Untergeschoss endgültigzu einem vollwertigen Teil des gesamten Wohnkonzeptes.

Da man sich in diesen Fällen deutlich länger im Keller aufhält, muss vor dem Umbau das zuständige Landesbauamt kontaktiert werden.

Kann ich den Keller als Wohnraum nur mit Genehmigung nutzen?

Generell kann man seinen Keller auch als Wohnraum nutzen, wenn man keine Genehmigung hat. Nicht alle Umbauten sind automatisch genehmigungspflichtig.

Eine private Nutzung des eigenen Kellers als Wohnraum ist deshalb in der Regel völlig unproblematisch und bedarf keiner zusätzlichen Erlaubnis.

Die Voraussetzung dafür ist ein zeitweiliger Aufenthalt von max. 4 Stunden.

Ausgehend von dieser teilweisen Nutzung, gibt es vielseitige Möglichkeiten, die sich nicht nur auf optische Veränderungen beschränken.

Wann besteht eine Nutzungsänderung, wenn ich den Keller in Wohnraum umbauen möchte?

Eine Nutzungsänderung liegt z.B. dann vor, wenn man den Keller in vermietbaren Wohnraum umbauen möchte.

In diesem Fall muss man sich zwingend an die bestehende Landesbauordnung halten und vor dem Umbau eine Genehmigung beim zuständigen Bauamt einholen.

Die Vorschriften darin legen unteranderem die benötigte Raumhöhe und Fenstergröße, sowie alle Anforderungen rund um den Brandschutz fest.

Der Blick in die Landesbauordnung lohnt sich auch für alle, die ihren Keller „nur“ privat nutzen möchten.

Die enthaltenen Richtlinien sind nicht nur wichtige Mindestvoraussetzungen, damit das Bauamt einen Keller mit vollwertigem Wohnraum genehmigen kann.

Sie bilden auch die Grundlage dafür, dass die Räume am Ende auch wirklich wohnlich sind.

Keller in Wohnraum umbauen – So gelingt's!

Bei einem Umbau des bereits bestehenden Kellers muss man auf folgende Dinge achten:

  1. Eine zuverlässige Heizung: In der untersten Etage kann es ganz schön kalt werden, deswegen ist eine leistungsstarke Heizung sehr wichtig. Welche Heizungsarten rückwirkend eingebaut werden können, hängt stark von den Räumlichkeiten ab.

  2. Die richtige Isolierung: Eine gute Dämmung der Kellerräume spart nicht nur Heizkosten, sondern schützt auch vor Kälte und Staunässe. Optimal ist eine Isolierung von außen und von innen.

  3. Angemessene Belüftung: Die oftmals feuchte Umgebung in Kellern kann bei längeren Aufenthalten gesundheitsschädlich sein. Der Raumgröße entsprechende Fenster oder eine Belüftungsanlage sind deshalb unbedingt notwendig.

  4. Ausreichend Licht: Die Voraussetzungen für helle und einladende Räume im Souterrain können bereits durch kleinere Erdarbeiten geschaffen werden. So kann man z.B. eine Hanglage nutzen, um den Keller teilweise freizulegen um damit für mehr Licht zu sorgen.

Bei all diesen Überlegungen sollte die Entscheidung, ob man den Keller als Wohnraum vermieten oder privat nutzen möchte im Vordergrund stehen.  Davon hängt ab, ob man eine Genehmigung im Rahmen der Landesbauordnung (LBO) braucht oder nicht.

Jedes Bundesland hat seine eigene Landesbauordnung, die einen ordnungsgemäßen Ausbau von Räumen sichert.

Wenn man seinen Keller als Wohnraum deklarieren möchte, kann die Genehmigung in NRW anders aussehen, als z.B. in Baden-Württemberg oder in Niedersachsen.

Während sich die Angaben im Bezug darauf meistens ähneln, gibt es dennoch Abweichungen und Sonderfälle, die es unbedingt zu beachten gilt.  

Ein Keller der als Wohnraum genutzt werden soll, benötigt in Bayern eine Deckenhöhe von 2,40 Metern, in Hessen sind hingegen 2,20 Meter ausreichend.

Weitere Regelungen für die Vermietung des fertigen Wohnkellers umfassen die Gestaltung der Fluchtwege, sowie die Maße von Eingangstüren.

Tipp: Informiert Euch unbedingt bei Eurem örtlichen Bauamt!

Warum lohnt es sich aus Keller Wohnraum zu machen?
Unser Fazit

Der Hauptgrund, warum es sich lohnt, aus Keller Wohnraum zu machen, ist ganz klar die Flexibilität, die mit dieser Entscheidung einhergeht.
Unsere Bedürfnisse und Lebensumstände ändern sich im Lauf der Zeit. Das kann mitunter die Notwendigkeit nach räumlichen Veränderungen nach sich ziehen.
Egal ob Home-Office oder zusätzliches Kinderzimmer – wer die untere Etage seines Hausesgut geplant hat, kann seinen Wohnraum unkompliziert an die neuen Umstände anpassen. Es müssen keine Abstriche bei der Wohnfläche in Erd- und Obergeschoss gemacht werden, was zusätzlichen Stress spart.

Ein fachmännisch ausgebauter Keller ist maßgeblich für den Erhalt der Bausubstanz. Die uneingeschränkte Nutzung der kompletten Hausfläche ist somit definitiv mehr als nur ein willkommener Bonus.

Welche Arten von Kellern es gibt, könnt Ihr in unserem Ratgeber zum Thema Erdarbeiten nachlesen:

> Ratgeber | Erdarbeiten beim Hausbau
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